Fresszellen bremsen Gicht aus


Entzündungsstoffe in Netzen gefangen
Fresszellen bremsen Gicht aus

Gicht zählt neben Diabetes zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen in Deutschland. Bei den Betroffenen entzünden sich anfallsartig und schmerzhaft bestimmte Gelenke. Diese Entzündungen heilen kurze Zeit später wieder ab. Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg sind jetzt dem Grund für diese Selbstheilung auf die Spur gekommen.

Zuviel Harnsäure im Blut

Auslöser für die Gicht ist ein erhöhter Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie). Bei den Betroffenen ist die Produktion oder die Ausscheidung von Harnsäure gestört. Die Säure sammelt sich im Körper an und lagert sich in Form von kleinen spitzen Kristallen in den Gelenken und im Gewebe ab. Die Folge ist ein akuter schmerzhafter Gichtanfall. Das Immunsystem bekämpft die Harnsäurekristalle und das betroffene Gelenk entzündet sich. Nach wenigen Tagen klingt der Gichtanfall ohne Behandlung wieder ab. Die Harnsäurekristalle bohren sich jedoch weiterhin ins Gewebe.
Granulozyten bilden Tophi
Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben jetzt herausgefunden, wer für den Rückgang der Entzündungen verantwortlich ist. Spezielle weiße Blutkörperchen, die neutrophilen Granulozyten, sind die heimlichen Helfer. Sie gehören zur körpereigenen Immunabwehr und setzen als so genannte Fresszellen Krankheitserreger außer Gefecht „Wir haben beobachtet, dass diese Zellen förmlich explodieren, wenn sie zum Entzündungsherd gelangen“, berichtet Dr. Markus Hoffman von der Rheumatologie und Immunologie des Universitätsklinikums Erlangen. Bestimmte Zellbestandteile der Granulozyten wie die Erbsubstanz DNS und einige Eiweiße bilden nach der Explosion dichte Netze im Gewebe. Darin verfangen sich die Gichtkristalle. Außerdem werden dort Botenstoffe der Entzündung deaktiviert und abgebaut. Je stärker das Immunsystem reagiert und je mehr Granulozyten zum Einsatz kommen, desto dichter und komplexer fallen die Netze aus. Ab einer bestimmten Größe sind sie von außen an den Gelenken als Gichtknoten, so genannte Tophi, sichtbar.
Neues Wissen auf andere Krankheiten übertragbar

Doch nicht bei allen Gichtkranken werden die nützlichen Netze gebildet. Manchen Betroffenen fehlen die genetischen Informationen dafür. Sie leiden unter chronischen Entzündungen der betroffenen Gewebe, da sich die Entzündungsstoffe ungehindert ausbreiten. Die neuen Erkenntnisse darüber, wie der Körper Entzündungen eindämmen kann, lassen die Forscher auf neue Therapiemöglichkeiten hoffen. „Wir vermuten, dass das Immunsystem nicht nur bei Gicht Entzündungen auf diese Weise dämpft, sondern auch bei anderen Krankheiten, bei denen neutrophile Granulozyten eine Rolle spielen, wie zum Beispiel bei der zystischen Fibrose, einer schweren Lungenerkrankung junger Menschen, oder bei systemischen Lupus eryhtematosus, einer Autoimmunerkrankung, die vorwiegend junge Frauen betrifft“, erklärt der Experte.

News

Gut geschützt gegen RSV
Gut geschützt gegen RSV

Per Impfung oder Antikörpergabe

Respiratorische Synzytial-Viren, kurz RSV, sind eigentlich harmlose Erkältungsviren. Bei Säuglingen drohen bei einer Infektion aber schwere Verläufe. Was schützt besser: die Impfung oder die Gabe von Antikörpern?   mehr

Sturzgefahr im Alter
Sturzgefahr im Alter

Strategien für mehr Sicherheit

Fast jede vierte Person über 65 stürzt mindestens einmal im Jahr – mit manchmal schweren Folgen. Doch vielen Stürzen lässt sich vorbeugen. Was hilft?   mehr

In Zukunft weniger Schwangerschaftsvorsorge?
In Zukunft weniger Schwangerschaftsvorsorge?

Neues Gesetz ändert Finanzierung

Ab 2027 sollen Leistungen in Frauenarztpraxen anders vergütet werden. Ärzt*innen warnen, dass dann weniger Termine für Schwangere zur Verfügung stehen könnten. Die Krankenkassen widersprechen. Was steckt dahinter?   mehr

Mit Zahnseide gegen Schlaganfall

Mann benutzt Zahnseide an den oberen Schneidezähnen.

Für Zähne und Gehirn

Um Schlaganfällen vorzubeugen, kann man so einiges tun. Aufs Rauchen verzichten, Übergewicht vermeiden, die Zähne richtig putzen – und dabei regelmäßig Zahnseide verwenden.   mehr

Aktivkohle: Wunderwaffe bei Vergiftungen?
Aktivkohle: Wunderwaffe bei Vergiftungen?

Wann der Einsatz sinnvoll ist

Aktivkohle gilt als Alleskönner bei Vergiftungen. Doch bei der Anwendung gibt es Einiges zu beachten.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Linden-Apotheke
Inhaberin Margit Jacob
Telefon 036376/5 83 20
Fax 036376/5 83 28
E-Mail info@linden-apotheke-straussfurt.de