Munter durch die WM


Dem Schlafmangel trotzen
Munter durch die WM

Für viele Fußballbegeisterte hat ein vierwöchiger Ausnahmezustand begonnen. Bei Anstoßzeiten zwischen 18 Uhr und 3 Uhr mitteleuropäischer Zeit ist das Gähnen vorprogrammiert. Wie alle, die arbeiten müssen, trotz Schlafmangel die Tage überstehen, erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer GEK.

Keine Zeit zum Schlafen

Sieben Stunden Schlaf oder mehr – das brauchen die meisten Menschen, um erholt zu sein. Wer WM-Spiele live im Fernsehen mitverfolgen möchte und keinen Urlaub hat, wird sein gewohntes Schlafpensum jedoch deutlich reduzieren müssen. Anstoßzeiten zu Schlafenszeiten bringen eingefleischte Fans um die nächtliche Ruhe.

Mögliche Beschwerden eines Schlafmangels sind Unkonzentriertheit, Gereiztheit, Gefühlsschwankungen, Interessenlosigkeit und Kopfschmerzen. Studien belegen zudem, dass Schlafmangel Übergewicht fördert, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht und den Blutzucker steigen lässt.

Für gesunde Menschen kein Problem

Selbst wer nicht selbst vor dem Fernseher sitzt, könnte durch den Tor-Jubel in der Nachbarschaft gestört werden – aus medizinischer Sicht durchaus ein gesundheitliches Foul. „Wer während der gesamten WM wesentlich später ins Bett geht als üblich, entwickelt nicht nur einen akuten, sondern bereits einen chronischen Schlafmangel“, weiß Dr. Ursula Marschall. Junge gesunde Menschen zwischen 15 bis 30 Jahren stecken eine solche Phase relativ problemlos weg. Ältere Menschen oder solche mit Gesundheitsproblemen kann ein chronischer Schlafmangel körperlich sehr belasten. Hier sollte jeder auf seinen Körper hören und auf die lieben Nachbarn ein wenig Rücksicht nehmen.

Festem Rhythmus folgen

Auch wenn es schwerfällt: Wer unter der Woche immer zur gleichen Zeit aufsteht, sollte dies auch am Wochenende tun. So kann der Körper einem regelmäßigen Schlafrhythmus folgen. Wichtig ist es zudem, mindestens einmal pro Woche ausreichend Schlaf zu finden. Dazu besser nicht morgens in den Federn liegen bleiben, sondern abends eher zu Bett gehen. Vielleicht findet man einen Abend, an dem die Begegnungen nicht ganz so reizvoll sind. Ansonsten bietet es sich an, die Spiele des Abends aufzunehmen.

In der Mittagspause: Liegen oder laufen

Gegen das Tief im Büro hilft ein Mittagsschlaf. Dieser sollte zwischen 20 und maximal 40 Minuten dauern. Viele Unternehmen stehen diesem sogenannten Power-Napping inzwischen positiv gegenüber, denn es trägt zur Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter bei, baut Stresshormone ab und verringert das Herzinfarktrisiko. Auch wenn man nicht wirklich einschläft, tut die Ruhe dem Körper gut. Wer zu unruhig ist, um sich hinzulegen, sollte einen Spaziergang machen. Bewegung und frische Luft bringen den Kreislauf in Schwung.

Und wenn das alles nicht hilft? „In vielen Fällen wird der Körper selbst dafür sorgen, dass er zu seinem Schlaf kommt. Viele werden einfach vor dem Fernseher einschlafen, vor allem wenn ein Spiel mal nicht so spannend ist“, vermutet Marschall.

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