Hochsaison der Noroviren


Hygiene ist der beste Schutz
Hochsaison der Noroviren

In der kalten Jahreszeit treten Magen-Darm-Infekte besonders häufig auf. Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer GEK, gibt Tipps, wie man sich vor einer Ansteckung schützt, und was hilft, wenn es einen doch erwischt.

Verbreiten sich hartnäckig: Noroviren

Gut die Hälfte aller Durchfallerkrankungen lösen die so genannten Noroviren aus. Diese Viren fängt man sich gerade in der kalten Jahreszeit schnell ein. Der Grund: Im Winter halten wir uns viel in geschlossenen Räumen auf, die stark geheizt sind und in denen trockene Luft herrscht. Unter diesen Bedingungen gedeihen die Viren besonders gut.

Noroviren sind extrem infektiös. Schon wenige Viruspartikel genügen, um eine Infektion auszulösen. Sie verursachen starke Durchfälle und heftiges Erbrechen, häufig begleitet von Bauchkrämpfen sowie Kopf- und Muskelschmerzen. Die gute Nachricht: Leiden die Betroffenen nicht unter einer Grunderkrankung, die das Immunsystem schwächt, klingen die Beschwerden in den meisten Fällen nach 12 bis 72 Stunden wieder ab.

Der beste Schutz: Hygiene

Bei einer Infektion durch Novoviren handelt es sich um eine typische Hand-Mund-Infektion, das heißt: "Jemand ist bereits mit dem Virus infiziert, wäscht sich nach dem Toilettengang nicht gründlich die Hände und hinterlässt Virenpartikel auf dem Türgriff. Der nächste kommt, fasst die Klinke an, wäscht sich auch die Hände nicht gründlich und berührt anschließend Lebensmittel, die dann verzehrt werden – schon hat er die Viren im Körper", erklärt die Medizinerin.

Trotzdem kann man sich leicht schützen. "Der wichtigste und effektivste Schutz gegen das Virus ist Hygiene", meint Ursula Marschall. Sowohl bei der Essenszubereitung als auch nach jedem Toilettengang ist Händewaschen ein absolutes Muss. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, desinfiziert den Türgriff und WC-Sitz.

Flüssigkeitsverlust ausgleichen

Besonders tückisch ist das hohe Verbreitungstempo: Manchmal liegen zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit gerade mal sechs Stunden. Spätestens nach 48 Stunden treten jedoch bei allen Infizierten die Symptome auf. Jetzt ist es wichtig, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyten zu versorgen. Elektrolyte sind chemische Verbindungen, die den Wasserhaushalt des Körpers regulieren.

Ärzte verschreiben bei starkem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust oft Medikamente gegen Durchfallerkrankungen. Spezielle Mittel gegen eine Norovirus-Infektion gibt es nicht. Während der akuten Phase ist Bettruhe angesagt. Betroffene sollten ihre Wäsche bei hohen Temperaturen waschen sowie auf gründliche Hygiene achten.

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