Epileptische Anfälle vorhersagen


Das Smartphone als Warnsystem
Epileptische Anfälle vorhersagen

Mobile Geräte wie Smartphones sollen zukünftig epileptische Anfälle vorhersagen können. Freiburger Forscher erklären Funktion und Nutzen der handlichen Warnsysteme.  

„Ein zuverlässiges Vorhersage-System würde die Lebensqualität von Epilepsie-Patienten enorm verbessern“, glaubt Prof. Dr. Andreas Schulze-Bonhage, Leiter der Abteilung Prächirurgische Epilepsiediagnostik der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Freiburg. „Es gäbe ihnen beispielsweise die Möglichkeit, schnell wirkende Medikamente zu nehmen oder sich zumindest in eine sichere Umgebung zu begeben.“ Darüber hinaus könnten elektronische Vorhersage-Systeme bei einem Anfall automatisch eine Bezugsperson oder den Arzt informieren und nicht zuletzt eine präzise Dokumentation der Anfälle jedes einzelnen Patienten ermöglichen.

Sensoren erfassen Körperparameter

Aufgrund des hohen Nutzwertes möchte das Universitätsklinikum Freiburg entsprechende Systeme möglichst schnell vielen Menschen zugänglich machen und beteiligt sich an einem fünfjährigen Forschungsprogramm zur Entwicklung mobiler Warnsysteme.

Und so soll das System funktionieren: Das neue System misst anhand von Sensoren biologische Parameter wie Körperbeschleunigung, Herzfrequenz und Hautleitfähigkeit, die bei epileptischen Anfällen charakteristisch verändert sind. Eine Uhr oder ein Armband zeichnet die Hautfeuchtigkeit und Armbewegung auf. Das System wertet die ermittelten Daten aus. Und: Es ist lernfähig. Mit Verfahren aus dem Bereich des maschinellen Lernens passen sich die Warnsysteme immer besser an den jeweiligen Patienten an und lernen, Veränderungen vor einem Anfall zu erkennen und sogar unterschiedliche Anfallsformen zu unterscheiden. Entwickelt wird das Projekt zunächst gemeinsam mit 120 in Freiburg und London stationär behandelten Patienten. In einem zweiten Schritt wird es auf ambulante Patienten ausgeweitet.

Selbsthilfe bei Epilepsie

Noch ist ein Frühwarnsystem Zukunftsmusik. Doch auch heute schon können Menschen mit Epilepsie aktiv werden, um Anfällen vorzubeugen oder den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Folgende Ratschläge können helfen:

  • Führen Sie konsequent einen Anfallskalender, um den Überblick über mögliche Auslöser und die bislang ausprobierten Medikamente zu behalten.
  • Meiden Sie bekannte Anfallsauslöser so gut wie möglich.
  • Führen Sie immer einen Epilepsiepass bei sich, damit bei einem Anfall außerhalb der gewohnten Umgebung Laien wie Ärzte richtig reagieren können.
  • Bleiben Sie aktiv. Epileptiker profitieren von Sport und Reisen ebenso wie Gesunde. Aktivitäten, die bei einem Anfall zu hoher Gefährdung führen würden sollten allerdings tabu sein oder unter besonderen Schutzmaßnahmen ausgeübt werden, zum Beispiel Schwimmen nur in Begleitung.
  • Konzentrieren Sie sich auf Ihre Fähigkeiten, nicht auf die mit der Erkrankung verbundenen Beeinträchtigungen.

Wenn die Anfälle häufig durch psychisch belastende Situationen (z. B. emotionaler Stress) ausgelöst werden, hat sich Autogenes Training bewährt. Einige Betroffene berichten zudem über positive Erfahrungen mit Akupunktur, Biofeedback oder Homöopathie. Wissenschaftliche Belege für deren Wirksamkeit gibt es jedoch nicht. Ihr therapeutischer Nutzen kann nur individuell beurteilt werden.

News

Kortisonspray schadet dem Baby nicht
Kortisonspray schadet dem Baby nicht

Asthma während Schwangerschaft

Schwangere mit Asthma scheuen sich oft davor, ihr Kortisonspray zu benutzen. Sie haben Angst, dass das dem Ungeboren schadet. Doch offenbar nutzt das Spray nicht nur der Mutter, sondern auch dem Kind.   mehr

Tipps gegen Reisedurchfall
Tipps gegen Reisedurchfall

Ungetrübte Urlaubsfreuden

Reisedurchfall kann den Urlaub richtig vermiesen. Zum Glück gibt es Möglichkeiten, ihm vorzubeugen. Und hat es einen trotzdem erwischt, kann man sich oft selbst helfen.   mehr

Auch E-Bike fahren macht fit
Auch E-Bike fahren macht fit

Von wegen gemütlich

E-Biken ist nur was für schlappe Faulenzer*innen? Von wegen: Das Radeln mit Elektromotor fordert Herz und Muskeln fast ebenso stark wie normales Radfahren.   mehr

Sport schützt den Kreislauf
Sport schützt den Kreislauf

WHO-Empfehlung überprüft

Sport ist gut für die Gesundheit, da ist man sich einig. Doch wieviel Sport ist in der Woche nötig, um das Risiko für Erkrankungen zu senken?   mehr

Adipöse Kinder pubertieren früher
Adipöse Kinder pubertieren früher

Folgenschweres Übergewicht

Wenn schon Kleinkinder zu viele Pfunde auf die Waage bringen, hat das auch Folgen für die Pubertät. Sie werden früher geschlechtsreif als normalgewichtige Jungen und Mädchen.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Linden-Apotheke
Inhaberin Margit Jacob
Telefon 036376/5 83 20
Fax 036376/5 83 28
E-Mail info@linden-apotheke-straussfurt.de