Neue Wege in der Kariesbehandlung


Exaktes Entfernen möglich
Neue Wege in der Kariesbehandlung

Deutsche Wissenschaftler entwickelten eine neue Methode zur Entfernung von Karies. Diese soll das Ausmaß der bakteriellen Infektion genauer bestimmen. Laut den Wissenschaftlern verringert sich dadurch das Risiko, gesunde Zahnsubstanz zu entfernen – was ganz im Sinne der Zahnerhaltung ist.

Säure führt die Löcher herbei

Karies entsteht, wenn Stoffwechselprodukte bestimmter Bakterien den Zahnschmelz beschädigen. Dies geschieht beispielsweise, wenn sich ein von Bakterien gebildeter Biofilm, die sogenannte Plaque, auf der Zahnoberfläche bildet. Die Bakterien in diesem Biofilm nehmen Zucker aus der Nahrung auf und wandeln ihn in Säure um. Diese Säure greift den Zahnschmelz an und löst Mineralien wie Kalzium aus dem Zahn heraus. Die Folge ist ein Loch, das den Zahn zunehmend zerstört.

Infizierte Zahnsubstanz muss entfernt werden

Was aber passiert, wenn der Zahnarzt Karies feststellt? Im Anfangsstadium kann man Karies durch verbesserte Mundhygiene und eine Ernährungsumstellung aufhalten. Ist die Infektion allerdings durch den Zahnschmelz in den darunter liegenden Teil des Zahnes, das sogenannte Dentin, eingedrungen, muss ein Zahnarzt die infizierten Bereiche des Zahnes entfernen und das entstandene Loch füllen.

Eine Sonde oder eine spezielle Färbelösung hilft dem Zahnarzt dabei, die infizierten Bereiche zu bestimmen. Diese Methoden weisen allerdings einige Ungenauigkeiten auf. Um sicher zu gehen, dass die gesamte infizierte Zahnsubstanz beseitigt wird, entfernt der Arzt im Zweifel etwas mehr. Nicht selten geht dabei auch gesunde Zahnsubstanz verloren.

Infizierte Bereiche sichtbar machen

Die neue Methode FACE (Fluoreszenzunterstützte Kariesexkavation, Fluorescence Aided Caries Excavation) soll dies verhindern. „Mit FACE ist es möglich, bakteriell infiziertes Dentin sichtbar zu machen und dieses selektiv und unter Schonung der angrenzenden, nicht-infizierten Bereiche zu entfernen“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Buchalla von der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie des Universitätsklinikums Regensburg (UKR).

Dabei kommt spezielles Licht zum Einsatz. Dr. Buchalla und sein Kollege Priv.-Doz. Dr. Áine Lennon haben in mehreren Studien nachgewiesen, dass kariesbefallene Bereiche unter violettem Licht rot leuchten. Verantwortlich für die Rotfärbung sind die Kariesbakterien, die rote Farbstoffe synthetisieren. Nicht von Kariesbakterien befallene Zahnsubstanz hingegen leuchten grün. Ein sogenannter Sperrfilter, der das violette Licht nicht hindurch lässt, macht den Rot-Grün-Kontrast für den Zahnarzt sichtbar. Inzwischen sind zwei Geräte entwickelt, die schon bei zahlreichen Patienten mit Karies erfolgreich zum Einsatz kamen. Ziel ist es nun, das FACE-Verfahren weiter zu verbreiten.

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